Turm der Markuskirche

Als 2005 die letzte der drei Glocken Glaube, Hoffnung und Liebe im Turm der Markuskirche stillgelegt werden musste, war das ein schmerzhafter Einschnitt für die Gemeinde. Die beiden anderen Glocken, konnten schon lange nicht mehr geläutet werden, aber die kleinste der drei klang noch zum Gottesdienst oder zum Vaterunser. Nun wurde es plötzlich still.

Grund hierfür war die Statik des Turms. Als dieser 1958 gebaut wurde, ist die Statik falsch berechnet worden. Das Fundament war zu klein ausgelegt, die Schwingungen der Glocken oben in der Glockenstube übertrugen sich nach und nach auf den ganzen Turm. Mit den Jahren schaukelte sich das Fundament auf wie auf einem Sattel und die Bewegungen des Turms waren leicht mit dem Auge zu sehen. Gefahr war im Verzug.

Das Presbyterium diskutierte diverse Lösungsansätze, es gab Gespräche mit Architekten und am Ende war klar, das Fundament konnte nicht vergrößert oder tiefer gegründet werden, eine Instandsetzung war nicht möglich.

Einzige Möglichkeit schien der Abriss des alten und Neubau eines neuen Turms. Da das Gesamtbauwerk unter Denkmalschutz steht, galt auch für den Turm: Änderungen an Aussehen und äußerer Form waren nicht möglich. Somit entfiel eine kleinere Lösung.

Als erste Kostenschätzungen für den Neubau bei ca. 200.000 Euro lagen, beschloss das Presbyterium, die Kosten mit Hilfe einer abgestuften Spendenaktion in mehreren Schritten über einen Zeitraum von 3 - 4 Jahren aufzubringen. Ein erster Spendenaufruf fand im Frühjahr 2006 statt und überraschte alle mit einem außerordentlichen Erfolg. Als aber nach einigen Monaten des Planens, Ausschreibens und Rechnens die Kosten immer weiter stiegen und letztlich bei 350.000 Euro lagen, war das Projekt gescheitert. Diese Summe war mit Spenden nicht zu finanzieren, diese Summe war auch nicht mehr gegenüber der Gemeinde und der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Im Zuge rückläufiger Kirchensteuereinnahmen waren Sparmaßnahmen auf allen Gebieten unausweichlich.

Durch einen beruflichen Zufall ergab sich in der Folge ein Kontakt zu einem Unternehmen, das Anlagen zur Kirchenbeschallung, unter anderem auch elektronische Läuteanlagen herstellt. Aus diesem Kontakt entstand dann das, was wir heute vor und nach dem Gottesdienst wieder hören: in der Stimmung unserer eigenen Glocken ein elektronisches Geläut, das vom „echten“ kaum zu unterscheiden ist. Die Anschaffungskosten wurden dem Spendentopf entnommen.

Damit ist der ursprüngliche Spendenzweck „Neuer Turm“ zwar nicht erfüllt, aber der eigentliche Wunsch, von Glockengeläut zum Gottesdienst gerufen zu werden, konnte erfüllt werden.

Zum Schluss bleibt also der alte Turm. In den kommenden Jahren muss an diesem Bauwerk eine aufwändige Betonsanierung durchgeführt werden. Wir werden die noch vorhandenen Spendengelder hierfür verwenden und damit den Spendenzweck am Ende erfüllen.

Allen Spendern sei an dieser Stelle nochmal ganz herzlich gedankt! Ohne Sie alle wäre das nicht möglich gewesen.